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4-mal Top, 1-mal Glück!

 

Wie schon so oft zog es meinen Freund Werner und mich wieder nach Namibia. Im Norden des Landes, in den Otavibergen, liegen die Farmen unseres Freundes und Jagdführers Axel.

Seitdem ich in den 90 ziger Jahren schon in vielen Landesteilen gejagt hatte, habe ich meine Heimat dort oben im Norden gefunden. Mich beeindruckt dort immer aufs Neue die majestätische Erscheinung des Kudubullen. Ihm gilt jedes Mal mein Hauptaugenmerk. Gerade hier, in der Gegend des Otaviberglandes, kommen Kudus in beeindruckender Anzahl und Stärke vor, wie ich sie noch niemals irgendwo anders im Lande beobachten konnte. Besonders viele alte Einzelgänger, darunter kapitale Bullen, haben hier ihre Einstände. Ähnlich verhält es sich mit Keiler, Eland und auch Leopard. Eland und Leopard kann man hier noch, im Gegensatz zu Gebieten mit starkem Jagddruck, häufig bei Tageslicht beobachten. Alle Freunde und Bekannte, die auf meine Empfehlung dort jagten, kehrten begeistert und mit starken Trophäen zurück.
 
Doch nun zur Jagd im August 2007. Wir wurden nach einem langen Flug wie immer am Flughafen von Windhuk von unserem langjärigen Freund Axel abgeholt und begaben uns umgehend in Richtung Norden.
Unser erstes Ziel war die Gegend um Okahandja. Hier betreut ein Bekannter von Axel,Rudi eine 13.000 ha große Farm in der Nähe der Omatako-Berge. Die Farm verfügt über einen hervorragenden Bestand an Oryx und Hartebeest, auch Keiler und Springbock sind dort zu bejagen. Hier wollten wir daher 3-4 Tage verweilen.
Meinem Freund Werner gelang es in dieser Zeit einen alten starken Oryxbullen mit schon etwas kürzeren Stangen,starker,Basis und
wunderschönen Schmuckringen zur Strecke zu bringen. Obwohl in Deutschland kein Jäger, hat ihn die Natur und Tierwelt in der Wiege der Menschheit – Afrika – zu einem besonnenen und passionierten Jäger gemacht. Meine Abmachung mit Werner, ihm für die Orxyjagd den Vortritt zu lassen, hatte mich nun jagdlich auf die beiden letzten Tage verwiesen. Ich wollte nun auch nach einem Oryxbullen und/oder nach einem Springbock Ausschau halten. Die Pirschjagd auf Oryx in diesem oft etwas offenen Gelände ist meist erfolgreich. Wir pirschten einen Bullen an, im Schuss ging er, ohne zu zeichnen, ab. Wir fanden keinerlei Schusszeichen, trotzdem lag der Bulle verendet nach etwa 400 Metern. Der Schuss lag etwas zu weit hinten und hatte keinen Ausschuss ergeben. Ein starker Bulle, mit etwas ungleichen Stangen und starker Basis.
 
Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg gen Norden. Am 2. Tag nach der Ankunft pirschten wir in den Nachmittagsstunden am Rande des Dickbuschs um Sicht auf eine Freifläche zu haben. Über diese ziehen vor Sonnenuntergang Kudus und Elands zum Wasser. Dort sahen wir einen Bullen auf ca. 200 m, der uns den Atem stocken ließ. Mit leicht gebeugtem Haupt, hatte er uns aber schon mitbekommen. Wir blickten in die tiefe Drehung des Gehörns und eine trotzdem breite Auslage, was für ein Bulle!
 
Am nächsten Tag postierten wir uns dort in der Nähe und konnten einen kapitalen Bullen erlegen. Es war zwar nicht ,, der ’’ Bulle vom Vortag, aber dieser Bulle hatte beim späteren Vermessen trotzdem eine Stangenlänge von 63 Inch. Eine wahre Top-Trophäe! Zwar hätte dieser Bulle noch einige Jahre älter werden können, ihn trennte nur noch die Zahnlänge eines mittleren Keilers von der Weltrekordstrophäe. Aber Trockenheit und Krankheiten, wie die allgegenwärtige Tollwut,dies ist ein Problem im ganzen Land (auf der Farm eines Freundes im Bezirk Grootfontein wurden in der letzen Woche schon vier Kudus mit Tollwut erlegt) könnten hier schnell zuschlagen.
 
In den nächsten Tagen waren wir dann auf der Suche nach einem guten Keiler für Werner. Da hier das Wild sehr unruhig war, vermuteten wir, dass schon wie so oft Leopard oder Hyäne wieder hier in diesem Gebiet jagten. Auch sind ab und zu Löwen dort, die unter dem Rinderbestand schon öfters großen Schaden angerichtet hatten. Auf dem Weg zum Ansitz kreuzten wir eine Schleifspur eines Leoparden und seiner Beute. Dieser folgten wir bis zum Fuße der Berge und fanden dort einen Duicker unter einem Baum, hervorragend mit Laub verblendet. Trotzdem konnte Werner einen Keiler mit guter Trophäe erlegen. Ein gelungener Auftakt.
 
Von den Farmarbeitern wurde Axel des öfteren von einem sehr starken Keiler berichtet, der aber immer nur sehr früh am Morgen beobachtet wurde. Da es auf Neumond zuging und das Wild nicht mehr so Nachtaktiv war, setzen wir uns für 1-2 Tage früh an. Irgendwie war ich mir sicher, dass wir ihn heute bekommen würden. Nachdem in den Morgenstunden schon sechs bis sieben Warzenschweine die Szenerie bevölkert hatten, stand er plötzlich am Rand des Dickbuschs. Ich sah ohne Glas nur weiß um seinen Kopf und einen starken Wildkörper mit gutem Gewaff, ohne zu zögern schoss ich und er lag am Anschuss. Als wir zu ihm traten war mir klar, dass dies einer der stärksten von mir jemals gesehene Keiler in Namibia war. Und ich habe schon viele gesehen!
 
Erst der gute Oryx, der starke Kudubulle und dann noch der kapitale Keiler. So viel Glück, gibt es das !? Ich sollte eines besseren belehrt werden …
 
Wie so oft in all den Jahren, half ich einem befreundeten Farmer auch bei Fleischjagd auf Kudus. Ich saß am Dickbuschrand, vor mir eine etwa 200 m breite Grasfläche, gegenüber lang gezogene Bergtäler. Abends ziehen Kudus von dort aus über die Grasfläche Richtung Busch. Vor mir, auf etwa 50 m, eine Salzpfanne. Hier konnte ich einen Bullen mit nur einem Horn und eine Kuh erlegen. Ich trat zum Bullen, anstatt des zweiten Horns war nur noch ein Knochenstumpf zu sehen, wahrscheinlich die Folge eines Brunftkampfes. Es waren seit dem Schuss etwa 10 Minuten vergangen und der Bulle lag absolut still. Wer schon Fleischjagd in Namibia ausgeübt hat, weiß wo die Schüsse sitzen sollten, um den geringsten Wildbretverlust zu haben. Als ich zu ihm trat, war der Bulle schon fast vollständig ausgeblutet. Plötzlich schlegelte er mit dem Hinterlauf und ich trat einen Schritt zurück. Keine Sekunde zu früh, wie sich rausstellen sollte! Auf etwa 6Meter hinter mir stand eine hochaufgestellte Schwarze Mamba mit leicht gespreiztem Hals und bewegte sich rasch auf mich zu. Das Gewehr von der Schulter, repetieren und schießen war Eins. Der erste Schuss traf die Schlange, Gott sei Dank, etwa 50 cm unterhalb des Kopfes und zertrümmerte das Rückgrat. Später zeigte das Maßband, dass es sich um eine fast 3 Meter lange Mamba handelte! Erst dann war mir klar, in welcher Situation ich mich befunden hatte. Der Bulle hatte mir das Leben gerettet! Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde die sich wohl niemals erklären lassen. Aber diesmal hatte ich wirklich ,, das ’’ Glück.
 
Wir waren eben in Afrika und nicht in Disneyland …
 
Am vorletzten Tag konnte ich in einer sehr abgelegenen Ecke der Farm noch einen zweiten starken Keiler erlegen. Dies war der krönende Abschluss unserer diesjährigen Jagd in Namibia.
 
Aber wie sagt man so treffend: 
NACH DER AFRIKAJAGD IST VOR DER AFRIKAJAGD!!
 
 
Mitte Januar kamen die Trophäen von 2007
 
 
Der linke Oryx, die starken Keiler und der Kudu
 
 
 

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